Europäische Kulturhauptstadt 2015

Und auch mein Herz schlägt für Mons

Das verschlafene 90.000 Seelen-Nest Mons befindet sich im Kern Belgiens und darf sich dieses Jahr, neben dem tschechischen Pilsen, mit dem mächtigen Titel „Europäische Kulturhauptstadt 2015“ schmücken. Wer nun denkt, dass es sich bei der ehemaligen Bergbaustadt um einen platt getrampelten Tourispot handelt, der irrt. Mons ist zwar ein echtes Schmuckstück, jedoch nicht weit über die Grenzen Belgiens bekannt.

Im 19. Jahrhundert boomte die Wirtschaft und der Steinkohleabbau verhalf Mons zu einer gut situierten Stadt heran zu wachsen. Heute, im 21. Jahrhundert, ist der Kohlevorrat erschöpft und die Arbeitslosenquote liegt bei knapp 20%. Die schmuckvollen Bauten auf dem Grand Place erinnern an diese Zeit. Doch sitzt man genau heute dort auf diesem Platz und genießt den Anblick, so kann man weitaus mehr sehen, als Fahnen, die sich im Wind hin und her bewegen.
Hier ist wirklich was in Bewegung, hier tut sich was!

„Technologie trifft Kunst“, unter diesem Titel tritt die belgische Provinzstadt ihre Metamorphose an. Für Mons 2015 wurden unter anderem zwei neue Konzertsäle und fünf Museen gebaut, die eine Plattform für internationale Künstler und Kulturschaffende der Region darstellt.Das Museum für zeitgenössische Kunst „Le Grand Hornu“ befindet sich in einem der bedeutsamsten Gemäuer des Industriezeitalters. Der Baukomplex, zu dem unter anderem ehemalige Arbeiterquartiere, ein Heuschuppen und eine ehemalige Zuckerfabrik gehören, verdeutlicht anschaulich die Infrastrukturplanung des Industriezeitalters. Auch Vincent van Gogh wurde in den Bann der Borinage gezogen. Er verbrachte zwei Jahre seines Lebens hier und entdeckte an genau diesem Ort seine Liebe zur Malerei. Eine Bustour führt zu den wichtigsten Schaffensplätzen des berühmten Künstlers. Das Museum: BAM stellte von Januar bis Mai, im Rahmen von Mons 2015, bereits 50 Werke aus, die Van Gogh in der Umgebung um Mons erschuf.

Für Technikinteressierte bietet das PASS-Wissenschaftszentrum einen Ort, an dem man mit Exponaten interagieren kann. Hier dreht sich alles um die Entwicklung der Welt mit Hilfe von Wissenschaft und Technologie. Nur wenige Gehminuten entfernt gelangt man zum Projekt „The Transparent Hypergothic“, welches sich in der Stiftskirche Saint-Wandru befindet. Der Besucher hat die Möglichkeit, mit Hilfe von Geolokalisierung die gotische Architektur spielerisch zu entdecken.

Wer eine kleine Pause einlegen will, der verschnauft im Café Europa. Hier befindet sich eine Flatscreenwand mit Verbindungen zu 10 europäischen Städten. Wer schon immer einmal wissen wollte, wie ein 3D Drucker oder ein Lasercutter funktioniert, der ist hier genau richtig. In der Europäischen Kulturhauptstadt 2015 will man digitale Barrieren zwischen den Generationen brechen und ganz zeitgemäß Brücken schlagen.

Mons ist definitiv eine Reise wert. Kommt vorbei und verliebt euch in den Charme der geschichtsträchtigen Kleinstadt.

Je suis Monstois et toi?

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3 Kommentare

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